APRIL 2008
VORTRAG IN PADERBORN
AM FREITAG, DEM 4. APRIL 2008, HALTE ICH IN PADERBORN EINEN VORTRAG ÜBER ALLE MEINE PILGERREISEN. SELBSTVERSTÄNDLICH SIND MEINE FREUNDE UND FEINDE HIERZU AUCH HERZLICH EINGELADEN! Wolfgang Andreas
MAI 2008
Und meine vielen schönen Fotografien…?
…verdanke ich Josef A. Slominski, bei dem ich 1963 – 1966 in Essen auch Fotografie studierte, der mich fotografisches Sehen lehrte, mit dem ich 1980 Lebensmittel ins hungernde Polen fuhr und der nun schon 45 Jahre lang zu meinen besten Freunden zählt. Man kann ihn getrost als d e n Portraitfotografen schlechthin bezeichnen. Wer ihn und seine Arbeit kennen lernen will, schalte am 9.5.2008, um 18.15 Uhr, den SWR an.“Zwischen Vatikan und Kanzleramt“ heißt der charakterisierende Beitrag. Meine Laudatio zu seinem 50.Geburtstag nannte ich: „SLOMI – zwischen Champagner und Klosterlikör“ – paßte vielleicht noch besser! Danke, SLOMI, für das Öffnen der Augen und die vielen gemeinsamen abenteuerlichen Stunden!

DAS ARBEITEN EINES DAHEIMGEBLIEBENEN
Das Schicksal eines Daheimgebliebenen war mir eigentlich von vorneherein klar: Die altgewohnte Umgebung kehrt mit ihren Programmen, Sorgen und Bitten wieder zurück. Freunde, denen man helfen soll, denen man oft einfach nur zuhören muß, stehen vor der Tür. So kommt auch eines Tages der Schützenmajor Manfred Göke, einer von Tausenden ehemaliger Schüler (denn als Berufsschullehrer, mit wöchentlich bis zu 250 SchülerInnen, sammelte sich im Laufe der Jahre schon etwas an …), und bittet mich, zum Schützenfest, am Fronleichnamstag, die Rede am Ehrenmal zu halten. Du hast es ja schon öfter gemacht. Ich bin mir der Ehre bewußt. Doch, was soll ich einer Gesellschaft 2008 sagen, die vom 17. bis zum 80.ff Lebensjahr reicht?
Klar war mir: würdig, ohne Pathos, demokratisch, europäisch muß ich die Herzen der Zuhörer erreichen, die ja alle irgendwie einen Verwandten unter den Kriegstoten haben. Zuerst muß ich versuchen, die Zuhörer mit der Entsetzlichkeit eines Krieges zu konfrontieren. Diese Aktualisierung gelingt mir mit dem sachlichen Heeresbericht vom 21./22. Mai 1918, auf den Tag genau vor 90 Jahren. Danach kann man über Frieden reden!- Selten habe ich nach einer Rede so viele nette Worte empfangen wie dieses Mal.
Fronleichnam und Schützenfest werden in Altenbüren zusammen gefeiert,
-erst die Prozession,dann das Fest.
Fahnen senkt! Segen am Friedhofsaltar hoch über dem Dorf. So füllt man seinen
Wahlspruch mit Leben: Glaube, Sitte, Heimat. Kein Fest ohne Gotteslob! Die Sauerländer
wissen noch wo es längs geht!!

Nach der Prozession die Gefallenenehrung. Die Rede durfte ich dieses Mal halten.
Liebe Schützenbrüder, sehr geehrte Damen und Herren!
Heute, auf den Tag genau genau vor 90 Jahren, am 22.Mai 1918, war in den deutschen Zeitungen folgendes zu lesen:
Heeresbericht
Großes Hauptquartier, 21./22. Mai 1918, westlicher Kriegsschauplatz.
„Der Kemmel war gestern wiederum das Ziel starker feindlicher Angriffe. Sie sind blutig gescheitert. Die Verteidiger des Kemmelberges haben einen vollen Erfolg errungen.
An der Front …leitete stärkster Feuerkampf die Infanterieangriffe ein…In mehreren Wellen brachen die vorn eingesetzten französichen Truppen vor. Infanteristische und artilleristische Feuerkraft brachte ihren Ansturm zum Scheitern und zwang sie unter schwersten Verlusten zur Umkehr. Örtliche Einbrüche des Feindes in unsere Trichterzone wurden durch Gegenstöße wiederhergestellt…Englische Divisionen standen nach Gefangenenaussagen in dritter Linie bereit. Da den Franzosen jeglicher Erfolg versagt blieb, kamen sie nicht mehr zum Einsatz.
Am Abend und während der Nacht nahm der Artilleriekampf mehrfach an größter Heftigkeit zu…An den übrigen Kampffronten verlief der Tag verhältnismäßig ruhig.“
Gez. Der 1. Generalquartiermeister Ludendorff
.
Man möchte hinzufügen: IM WESTEN NICHTS NEUES, den Titel des berühmten Antikriegsromans von Erich Maria Remarque, dessen Schwester in Sippenhaft genommen, von den Nazis mit dem Beil hingerichtet wurde, weil er in die Schweiz geflohen war.
Doch, welches unendliche Leid steckt hinter den sachlichen Worten des Heeresberichtes!?
+) …die französichen Angriffe sind blutig gescheitert…
+) …die Verteidiger haben vollen Erfolg errungen…
+) …infanterische und artilleristische Feuerkraft brachten ihren Ansturm zum Scheitern…
+) …unsere Feuerkraft zwang sie unter stärksten Verlusten zur Umkehr…
+) …Einbrüche des Feindes in unsere Trichterzone wurden durch Gegenstöße wiederhergestellt…
+) …während der Nacht nahm der Artilleriekampf mehrfach an größter Heftigkeit zu…!
Verehrte Zuhörer, wir können uns mit John F. Kennedy nur einig sein: Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.
Die Friedensforscher haben festgestellt, daß Neidkomplexe häufig zu menschlichen Bösartigkeiten führen. Wilhelm Busch formuliert das auf seine komödiantische Art:
Kaum hat einer ein bissel was schon gibt es welche, die ärgert das!
Wenn also Neid ein wichtiger Auslöser für den Kampf ganzer Völker ist, wenn also oft der Neid Auslöser von Kriegen ist, so haben wir Europäer, mit der Bildung der Europäischen Gemeinschaft, nach den entsetzlichen Erfahrungen der beiden Weltkriege endlich Lehren gezogen!
Vor 8 Jahren sagte mir einmal ein Franzose: Mit jedem weiteren Tag wird es undenkbarer, dass Deutsche und Franzosen wieder aufeinander schießen! Recht hat er! Aber das nicht nur, weil uns der Schrecken der Weltkriege noch in den Knochen sitzt, ( denn es lagen ja nur 21 Jahre zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg!), sondern, weil wir auch den Neid durch das Vereinigte Europa permanent abgebaut haben und weiterhin bemüht sind, ihn abzubauen:
Gleiche Entlohnung
Gleicher Wohlstand
Freundschaften, Partnerschaften unter Gleichen.
Schleierhaft bleibt mir bisher nur, warum wir nur den Euro und nicht das christliche Fundament Europas in den Vordergrund stellen! Es ist doch das eigentliche Fundament Europas, das alle vereinen könnte!
Sicher, wir Deutsche müssen viel für dieses Europa bezahlen aber nicht mit dem Leben von Millionen glücklich leben wollender Menschen! Welch ein kleiner Preis für 63 Jahre Frieden und nie gekannten Wohlstand! Dafür müssen wir allen politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen danken, die einen freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat schufen und radikalen Kräften keine Chance gaben und geben. Dieses Erbe gilt es zu pflegen! Dazu sind wir offensichtlich bereit: Glaube Sitte Heimat. Unser Wahlspruch sagt es!
Das, liebe Schützenbrüder ist die eine Seite, warum wir heute hier am Ehrenmal stehen. Die andere ist die würdevoll dargestellte Dankbarkeit gegenüber den gefallenen Söhnen Altenbürens beider Weltkriege. Keiner unserer Vereine läßt es sich nehmen, vor den rauschenden Festen jene zu ehren, die unsere Existenz begründeten. Schlicht gesagt, wir, die noch einmal Davongekommenen, möchten dankbar sein. Das sehen wir als Verpflichtung an, denn kein Kulturvolk der Weltgeschichte, ging jemals über seine Toten zur Tagesordnung über. Lassen wir uns diese Kultur niemals nehmen, denn die berufsmäßigen Madigmacher wollen auch vor den Toten nicht Halt machen!
Ludwig Uhland schrieb 1809 die drei Strophen vom Guten Kameraden, Friedrich Silcher, der Komponist vieler unserer Volkslieder, die Melodie dazu. Wie viele Soldaten mögen im Felde dabei geweint haben, wenn ein guter Kamerad zu Grabe getragen wurde. Mit dem Lied können wir bei den Gefallenen sein! Wolfgang Andreas
Sprechgesang, zusammen mit der Musikkapelle Altenbüren:
Ich hatt´ einen Kameraden Eine Kugel kam geflogen. Will mir die Hand noch reichen
Einen bessern find´st du nit. Gilt sie mir oder gilt sie dir? Derweil ich eben lad.
Die Trommel schlug zum Streite Ihn hat es weggerissen Kann dir die Hand nicht geben
Er ging an meiner Seite Er liegt vor meinen Füßen Bleib´ du im ew´gen Leben
Im gleichen Schritt und Tritt. Als wär´s ein Stück von mir. Mein guter Kamerad!

Festzug: Die älteste Fahne des Vereins: über 100 Jahre alt. Vor den amerikanischen
Truppen , die Jagd auf Souvenire machten, versteckt, tauchte sie wieder in den 80er
Jahren auf… P. trägt sie: „…und ich der Fahnenträger der Schweren Reiterei!“

25jähriges Jubelkönigspaarpaar: Beate (Mester) und Stappert („Pater“). Gut gehalten!
Rechts außen: Ortsvorsteher Willi Morgenroth

2. Zug von 5 – fast alles Holzgewehre. Gleichschritt stimmt.

Hofdamen- außer Bilon leistet sich nur Altenbüren eine solch stolze Zahl

Musikverein Altenbüren mit dem Dirigenten Michael Aufmkolk. Bruno an der mittleren
Posaune drechselte meinen Pilgerstab. Drechslermeister. Vorliebe für Langes: Alphorn,
Posaune, mein Pilgerstab…

Gäste des Schützenvereins Brilon stehen Spalier: Das hatte es bisher noch nie gegeben!…
Früher beharkte man sich, legte sogar die Schützenfeste auf die gleichen Tage, damit
alles ruhig blieb – heute besucht man sich freundschaftlich…Dem Zug vorweg der
Spielmannszug aus Scharfenberg. Die Blaskapelle Thülen und der Musikverein Altenbüren
folgen noch. Zirka 500 m lang ist der Schützenzug!!

…und klatscht auch noch Beifall! Alle haben etwas von Europa gelernt!
-„Richt Euch!“ am Bordstein! Nicht ganz geklappt. Noch hundert Meter bis zur Halle!
Und dann …dann sind die Hektoliter dran! Wer, wie die Altenbürener, in unmittelbarer Umgebung
die Warsteiner-, dieVeltins- und etwas weiter die Krombacher Brauerei haben, muß einen Hang
zum guten Wasser haben…
Die Hofdamen warten auf den Königstanz. Gleich zwei Schwiegertöchter dabei!
Im Hintergrund die Musikkapelle Thülen, die schon seit Jahrzehnten…! das Altenbürener
Schützenfest musikalisch umrahmt.

Beste Aussicht auf den Schützenzug von der Denkmal-Lore aus!
Enkelkinder Jule und Inga, zukünftige Hofdamen…? Glück auf!
Wenn die Stahlpreise weiter ins Astronomische steigen, werden die
Sauerländer Erzgruben vielleicht auch wieder einmal interessant!
JUNI 2008
Herzlichen Glückwunsch Slomi!
Im Fernsehfilm mit Kurt Beck &Co., im Südwestfernsehen ( siehe Mai 2008!), merkte man Dir an, daß Du emotional sehr berührt warst, den neuen Papst noch nicht in Deine Papstserie eingereiht zu haben. Denn seit Pius XII. hast Du alle portraitiert. Das ist wahrhaftig Weltrekord. Kein Lichtbildner kann das bisher nachweisen! In Deiner Art herrliche Bilder zu machen und auf Leute zuzugehen, hast Du es ja nun jetzt geschafft. Ich bin schon auf das Benedikt-Portrait gespannt.– D e i n e Bistumszeitung für unseren sauerländischen Bischof Franz Hengsbach, den ersten Bischof des Bistums Essen, und die Briefmarke, die Du mit seinem Portrait in Österreich hast drucken lassen, haben auch schon Rom erreicht und sollten dem jetzigen Bischof von Essen zu denken geben, warum man es Dir überläßt, diesen großartigen Sauerländer Bischof zum 50jährigen Bestehen des Bistums nicht gebührender zu ehren, als daß es bisher geschehen ist. (Das ist, bitte, mein ganz eigenes Gefühl, das ich bei Deiner Aktion habe!)
In einem Dorf (Altenbüren) wohnend, wo Bischof Hengsbach schon im Jugendheim als Junge Theater gespielt hatte,(das sagte er mir einmal bei einer Deiner Ausstellungseröffnung in einer Essener Bank, als ich ihm Grüße aus dem Sauerland überbrachte), finde ich es als eine Verpflichtung, Deinen Flyer in meiner Homepage zu veröffentlichen. Darf ich doch, woll? Nochmal: Herzlichen Glückwunsch! Vielleicht googlen jetzt manche Leute den J.Albert Slominski ( www.slomi.eu). Denn, obwohl ich momentan nicht mehr laufe, greifen immer noch Tausende auf meine Seite zu.
DEMNÄCHST KOMMEN HIER BILDER VON DER BRILONER SCHNAD VOM 25.6.2008
Demnächst ist gut…hatte wirklich Wichtigeres zu tun, aber bald gehts hier weiter! Wolfgang Weihnachten 08
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