Wie komme ich zum Nordkap?

 

Meine ersten Überlegungen favorisierten den Europabus von Deutschland nach Tallin; dann mit der Fähre nach Helsinki übersetzen und weiter mit Bahn und Bus bis zum Nordkap – von dort nur noch zu Fuß.

In der Endphase der Planung hörte ich von dem neuen Flughafen Weeze. Von dort kann man für 49 Euro bis Helsinki fliegen. Gebucht wurde per Net und abgebucht wurde auch sehr schnell…Start sollte am 26.4.04  sein.

Am Sonntag lud ich noch meine Freunde ein, vor allem jene, welche mich praktisch und ideell schon nach Santiago begleitet hatten. Die Westfalenpost schickte einen Reporter und ich stellte meine Ausrüstung vor und servierte vier Bleche Pizza. Der Kühlschrank war geleert. Am Abend fuhr ich dann nach Duisburg zu meinem Freund KLAUS STUKOVNIK, der seit unserer gemeinsamen Pfadfinderzeit  immer noch „Der Unmögliche“ heißt – und es bis heute wohl auch geblieben ist. Nach seiner Meinung würde sein Name wohl jetzt auf mich übergehen.

                                                                                                                                         

Kurz vor der Abfahrt in Altenbüren spürte ich ein seltsames Brennen in meinem linken Auge, das sich so steigerte, dass ich erstmals dachte, den Flug zu verschieben. Das tat ich auch am nächsten Morgen und suchte eine Augenklinik auf. Nächster Flugtermin 29. April. Endgültig gesund war ich erst am 14. Mai. Die Duisburger Augenklinik im Tausendfensterhaus ist zu loben! Keine Operation, nur fleißig Medikamente eingeträufelt!

 

Ohne diesen Zwangsaufenthalt wäre diese Homepage nicht entstanden, denn mein Freund AXEL KRISCHBACH, der sich mit großplanerischem Messebau abgibt, regte mich an, die Umwelt an meinem neuen Abenteuer teilhaben zu lassen. 

 

Ich werde versuchen, regelmäßig meinen Marsch zu dokumentieren. Durch Lappland wird es schwierig sein, später immer leichter.

Also, pack mers!

 

Wolfgang Andreas,  14. Mai .2004

 

 

 

 

 

Reiseberichterstattung

 

Alle Texte sind Momenteindrücke. Sie entstehen an Ort und Stelle und können somit durch spätere Ereignisse ganz anders ausfallen. Viele Besucher der Homepage haben mir mitgeteilt, dass gerade darin der Reiz der Texte liegt, denn unvollkommen ist letztlich jedes Urteil. Es gibt, ja ach, so viele Experten! Man möge mir also manche Sicht verzeihen. Ich bin kein Experte, versuche jedoch  – bedingt durch die langen Latschzeiten – den uralten, durch K. JASPERS neu formulierten Dreischritt zu praktizieren :1. Besinnen  2. Nachdenken 3.Urteilen                                                                                                                                                                        

Lassen nicht viele heute – voraus unsere „Politexperten“ – die Schritte 1 und 2 einfach weg und tun etwas, das ihnen momentanen Nutzen bringt (d. h. wieder gewählt zu werden)? Wobei derjenige, der 1 und 2 einsetzt, ziemlich sicher spürt: Das muss in die Hose gehen! Um solch „öffentlich verordneten Blödsinn“ glaubhaft zu machen, müssen die Akteure Schauspieler sein. Und zwar gute! Wie will mir sonst meine Hausbank erklären, dass sie den Schalter nun an drei Tagen schließt, damit sie mehr Zeit für Beratungsgespräche hat, oder, dass es umweltfreundlich sei – dagegen kann ja keiner was sagen! – alle Abfalleimer aus unserer Umwelt zu entfernen? Es geht immer nur um Einsparungen, das heißt um Knete. Wollen wir bei diesem Rundumschlag nicht vergessen, dass der besinnungs- und denklos handelnde „Experte“ auch sein Gegenstück benötigt: den besinnungs- und gedankenlosen Mitbürger, dem die Theaterkunst (bei GOEBBELS hieß das anders!!) schon klarmacht, was richtig ist. Der emanzipierte Bürger? – dass ich nicht lache! Die einzige Stelle wo er nicht manipulierbar ist, ist sein – Neidkomplex. Den hat man ihm gründlich eingeimpft!

 

Sprachlich werden die Texte noch überarbeitet, wenn ich einmal lange Zeit an einen PC darf. Denn geschrieben habe ich die Berichte zwischen Tür und Angel und oft nach 30 – 40 km… Über die sprachliche Gestaltungsmöglichkeit einer SMS kurz vor dem Einschlafen brauche ich mich nicht auszulassen. Bei der öden Pieperei fielen mir oft die Augen zu.

 

Alles klar, nun lest mal schön oder geht auf „Zurück“ . damit ihr nicht verdorben werdet. Viel Spaß – oder danke, dass ihr reingeschaut habt!

 

Wolfgang Andreas,  29. August.2004