Reisetagebuch April 2005

Presseveröffentlichungen 17. April 2005

628. Titelstory der Sonntagsausgabe
Presseveröffentlichungen 20. April 2005

629. Sauerlandkurier – Vortrag in Hallenberg
Andreaskreuz über Europa wandern
Hallenberger hörten lebhaften und fesselnden Vortrag von Wolfgang Andreas aus Altenbüren
Wolfgang Andreas aus Altenbüren, ehemals als Berufsschullehrer tätig, war im Jahr 2000 von Paderborn zum Wallfahrtsort Santiago de Compostella in Nordspanien gelaufen. Im vergangenen Jahr wanderte er vom Nordkap bis nach Sizilien und plant dieses Jahr einen Marsch von Jekaterinburg am Ural nach Paderborn. Damit hätte er dann das Andreaskreuz über Europa komplettiert. Insbesondere über seine Pilgerreise nach Santiago berichtete er bei seinem Vortrag in Hallenberg.
Gleich zu Beginn des Vortrags entledigte sich Andreas seines Anzugs. Keine Angst, ich hab die Trainingshose schon drunter“, teilte er den etwas erschreckten Zuhörern mit. Dann zog er sich Wanderhemd, Lederhose, Sandalen und Hut an seine Wanderausrüstung. Jedes Gramm zählt beim Wandern“, und so hatte er nicht nur sehr genau geplant, was er anzog, sondern auch was er an Gepäck mitnahm. Fehlen durften jedoch nicht Gitarre und Mundharmonika, mit denen er sich unterwegs Unterhaltung verschaffte.
Doch wie war es überhaupt dazu gekommen, dass Andreas den langen Weg auf sich nahm? Ausschlaggebend war ursprünglich der Rat seines Arztes, mehr zu laufen. Dann kam eins zum anderen: Als Historiker war er natürlich an der Geschichte Europas und als Christ natürlich vor allem an den christlichen Wurzeln dieses Kontinents interessiert. Weiterhin wollte er sich mit dem Marsch gegen den Konsumterror“ in unserer Gesellschaft wenden, indem er mit möglichst wenig Geld auskam. So zog er am Karfreitag des Heiligen Jahres los von Paderborn und erreichte tatsächlich 101 Tage später, am fünften August, den Ort des heiligen Jakobus, Santiago de Compostella. 3000 Kilometer hatte er zurückgelegt und wanderte gleich auch noch 400 zurück zum Ausklingen. Als Fazit kann er nur sagen: Europa, du bist noch nicht verloren!“ So wird zumindest der Titel seines Buches lauten, dass er veröffentlichen wird, wenn das Andreaskreuz vollständig ist.
Doch die kürzeste Etappe von Russland nach Deutschland steht noch aus, nachdem er die 5000 Kilometer von Nord nach Süd bereits hinter sich hat. Auf das Erstaunen der Zuhörer über seinen Eifer und seine Begeisterung kann er nur antworten: Das kann jeder“. Das Wandern kann er nur weiterempfehlen, denn nirgends fühle man sich so gesund wie an der frischen Luft. Und außerdem hat Andreas natürlich viele Erfahrungen gesammelt: Nicht nur viele Kontakte hat er unterwegs geknüpft, sondern er ist auch auf zahlreiche historische Spuren getroffen. Dabei nahm er nicht unbedingt einen der offiziellen“ Jakobuswege, sondern machte sich vielmehr seinen eigenen, indem er mit dem Lineal einen Strich auf der Landkarte von Paderborn zu den Pyrenäen und von dort weiter nach Santiago zog.
Trotzdem konnte er viele Hinterlassenschaften der Pilger der letzten rund 1000 Jahre finden, so zum Beispiel Wegkreuze oder Kapellen, die ihn immer wieder faszinierten. Beim Vorführen seiner Bilder redete er davon, als ob er erst gestern vorbeigekommen sei. Und so werden er und seine Erlebnisse wohl auch den Hallenberger Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben. Für alle die neugierig geworden sind, sei hier auf seine Homepage (
www.Andreas-Kreuz.de) verwiesen.
München, den 25. April 2005
Liebe Freunde,
eigentlich wollte ich schon bei meinem Neffen in Oberösterreich sein – aber München lässt einen nicht los! Nach dem Gottedienst in St. Michael, hier gibt es um 9:00 h immer großartige Kirchenmusik und klare Predigten!, wollte ich zum Weißwurstfrühstück ins Hofbräuhaus gehen. Auf der Neuhauser Straße überfällt mich das italienische Fernsehen und quetscht mich aus. Thema: BENEDIKT XVI.. Nun werden mich die vielen Italiener erkennen, die mir durch Italien begegnet sind. Im Jahre 2000 hatte mich die Deutsche Welle schon auf dem Platz vor der Kathedrale in Santiago gekrallt. Selbst habe ich nie die Reportage gesehen, nur aus China hörte ich: Wolfgang, Du warst hier im Fersehen…
Jedenfalls marschiere ich ins fast leere HB hinein – wer sitzt da: GEORG REINER aus Pullach mit Familie. Er wird heute 41. Umgeben von Japanern, Downunderern und Amerikanern versacke ich hilflos. Alle Ausländer fragen nach dem neuen Papst. Da ist es kein Wunder, dass mir ein evangelischer Religionslehrerkollege, WERNER KLANN, ein seltsames Bild mailt, das ich nach meinem Besuch im Hofräuhaus erstaunt öffne. Keine Sorge! RATZINGER versteht Spaß. Der neue Papst hat schon viele Sympthien. Als mich die Fernsehreporter nach meinen Empfindungen fragen, sagte ich:“ Freude und Stolz.“ Paaaasssssst scho!
Als Mitwanderer Ural – Deutschland hat sich noch keiner gemeldet. Verständlich!? Das ist aber nicht der Grund, dass ich meine Tour nicht v o m Ural, sondern z u m Ural jetzt plane. Der Grund ist die Hochzeit eines Freundes in Unterschleißheim, wo ich irgendwie gebraucht werde. Aber hatte ich doch nicht immer gesagt: Eine große Erkenntnis meiner Tour ist, wie unwichtig man eigentlich selbst sei…?
Ich werde also – wie geplant – im Mai loslaufen, im Juni in München sein, um dann wieder weiterzulaufen. Vielleicht finden sich jetzt Mitläufer – von Polen kommt man schneller nach Hause als von Sibirien! Den Rennsteig entlang, Lodz, Masuren, Baltikum…………….Uuuuuuuuraaaaal…Jekatarinenburg. Rückflug von Ufa.
Liebe Grüße
Wolfgang Andreas
Nun ist es amtlich: Im März 2006 starte ich ab Paderborn. Mitwanderer sind willkommen. Grund ist das Haus das Olli und Tochter Claudia in Stuttgart gekauft haben. Da sie noch in München wohnen und den Umbau nicht kontrollieren können, hat sich Papa/ Opa bereit erklärt, die „Bauaufsicht “ zu übernehmen. Der Kenner weiß, was man mit dieser Arbeit einsparen kann. Wie oft habe ich gesagt, daß ich kein „Europaraser“ bin. Also, im März geht es weiter.
Vielen Dank für Euer Reinschauen. Bis März 2006: Euer Wolfgang Andreas
And for foreign visitors:
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