![]() Marietta Sch. zeigt mir das herrliche Luxemburg. Geld bevorzugte immer dicke Mauern, Hochgebirge oder Lagunen… |
22.Tag: 17. Mai 2000, Luxemburg, 5 km Ruhetag, Magnesium geschluckt, Saunabesuch im Freizeitbad nahe des Flughafens. Hat mir sehr gut getan! Knochen wieder sortiert!
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Von der Straße aufgelesen: Bei Familie Helas in T..Lustig ging es zu! |
23. Tag: 18. Mai 2000, (Thionville) Bettemburg – Tuquinieux, 34km Ich werde in die Klinik nach Thionville gefahren und nach den Untersuchungen in Bettembourg auf die Strecke geschickt. Das Wetter ist durchwachsen. Nieselregen auf weiten Strecken. Dennoch komme ich gut voran. Industrieorte reihen sich aneinander. Als ich am Abend durch Tucquinieux wandere, hält eine junge Dame und fragt mich, ob ich Santiagopilger wäre. Nach 5 Minuten holt sie mich wieder mit ihrer Mutter ein, und ich werde in ihr Haus eingeladen.
24. Tag: 19. Mai 2000, Fahrt mit Natascha nach Verdun Es war nicht mein erster Besuch auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges. Mehrmals habe ich meine Schüler hier hergeführt. Nur einmal waren wir im Museum am Eingang, dann nie wieder. An solche Orte gehören keine Museen! Hier hat man wissend herzukommen, zu beten, zu gedenken und dann geht man. Peinlich berührt bin ich immer vom Treiben im und um das „Muzeeum“ in Auschwitz. Ich fuhr nur noch nach Birkenau. Das ist der furchtbare Ort! So haben wir es mehrmals in Verdun , Auschwitz-Birkenau und Monte Cassino gemacht: Wir bildeten einen Kreis, hatten wir eine Blaskapelle dabei( und das war häufig der Fall!), so spielte diese einen Coral, dann las ich einige Psalmen vor, „Der Herr ist mein Hirte…“, wir beteten ein Vaterunser, legten einen Kranz mit einer Schleife nieder „Allen Opfern der Gewalt“, und gingen dann schweigend von der Gedenkstätte. In Monte Cassino sagte ich meinen Schülern immer: Schaut einmal auf das Alter der toten Soldaten. Es dauerte immer sehr lange bis sie wieder lustig wurden! Mit Natascha fahren wir zum Gebeinhaus und wandern dann zum Fort Doumont. Im Gebeinhaus wird ein eindrucksvoller Film gezeigt. Am Abend lade ich die ganze Familie zum Essen nach Metz ein. Es gibt ein typisch lothringisches Essen, mit Sauerkraut, Kartoffeln und Wurst. Am Abend des nächsten Tages finde ich einen Umschlag mit dem Geld für das Essen in meinem Rucksack. Postwendend zurückgeschickt!
Der Abschied aus Tucquinieux ist herzlich. Mein kleiner Hirschfänger (nur für Käse!!) in der Seitentasche ruscht durch und ich muß vor dem Abmarsch noch die Tasche nähen. 26. Tag: 21. Mai 2000, Pintheville – Rupt en Woevre Wenn ich dachte Verdun zu umgehen, so stelle ich fest, daß hier auch endlose Friedhöfe auf mich warten. In Combres s.l. Cotes beginnt es zu regnen. Beim Unterschlupf lerne ich die seltsamste Wirtschaft meiner Strecke kennen: Mme. Tona G: CAFE TABAC ESSENCE. Sofort steht ein Bier vor mir: Deutscher trink mal! In meiner Unwissenheit stelle ich die Frage, ob hier im 1. WK auch gekämpft worden sei. Großes Stöhnen: Sie sind hier im Zentrum der Minenschlachten von Esparges!!! In unserem Dorf lagen die Deutschen, ober auf der Höhe die Franzosen. Die Deutschen gruben Stollen unter die Franzosen… Ihr Kronprinz hatte bei uns sein Hauptquartier aufgeschlagen, war aber mehr bei den Mademoiselles als an der Front… ERSTE GEFAHR AUF MEINER PILGERREISE Naß, müde marschiere ich aus dem Kampfgebiet hinaus. 20 h. Da, einsame Waldstrecke, Ferienhäuser in der Nähe, zwei Männer am Straßenrand; gedankenverloren in der Gegend herumblickend. Kleidung schwarz, Jeans Leder. Spezies: Osteuropa! Ich nehme alle meine Kraft zusammen und lege einen 6-km-Marschschritt hin. Der Stock wird in den Boden geknallt, dass der Split spritzt. Freundlich und kraftvoll sage ich: Bon soir! Und stürme nach hinten sichernd weiter. Es muß ja nichts gewesen sein, aber komisch war die Situation schon in dieser Einöde! Maikäfer haben die bestimmt nicht gesucht!! Danke, mein Stock und meiner Kondition. Atemlos halte ich erst kurz vor der Meuse an. Biwak im Wald und die Sachen habe ich mir bei der Aktion trocken gelaufen. 27. Tag: 22. Mai 2000 Rupt e. W. – Villers sur Meuse, 9 km Irgendwie hat mich der Tag gestern mitgenommen körperlich, seelisch, geistig. Nach nur 9 km überquere ich die Meuse und finde einen Campingplatz. Heisse Dusche! Die freudlichen Wohnwagennachbarn nehmen mich zum Supermarkt mit und ich stelle mir ein tolles Abendessen zusammen. Das Steak wird im Wohnwagen gebraten. Früh ins Zelt und durchgeschlafen! Der Campingbauer wollte von mir kein Geld. Man denke nur an die Maria- Laach- Holding am 6. Mai…!!!Frankreich entwickelt sich zu einem herrlichen Land für Pilger nach Santiago. Da ich diese Zeilen 2008 schreibe, kann ich bemerken: Frankreich war neben den baltischen Staaten das freundlichste Pilgerland. Vive la France! 28. Tag: 23. Mai 2000 Villers sur Meuse – Nicey sur Aire, 24km Ein herrlicher Wandertag nach den Regentagen führt durch ein ausgedehntes Waldgebiet. Mittendrin der Wallfahrtsort Benoite-Vaux. Übliche Busatmosphäre aber viele andächtige Schulklassen in der Kirche. Stille. Ein anderes Bild in Gößweistein, das ich vor kurzer Zeit besuchte: Schulklasse. Gelangweilt herumlümmelnde Teens in den Bänken. Der polytechnisch gebildete, schluderig gekleidete Lehrer klopfte indessen die vergoldeten Teile der Kanzel ab, um das Material zu analysieren. (Inzwischen laufen diese Leute – ins Alter gekommen – mit antrazithfarbenen Zweireihern durch die Schulen. Habe ich letzte Woche selbst gesehen. Ich traute meinen Augen nicht, denn vor 20 Jahren…). In Nicey darf ich im Garten einer Familie mein Zelt aufschlagen, werde zum Abendessen hereingeholt. Sie betreuen neben ihren Kindern ein Kind aus Nordafrika. Das erlebte ich in Frankreich häufig. 29. Tag: 24. 5. 2000 Nicey s. A. -(Bar le Duc) – Rosnes 9 km Chantal Schneider fährt mit mir zum Rathaus. Schönes Siegel! Weiter geht es nach Bar le Duc zum Einkaufen. Stempel in der Kathedrale und dann wieder zurück nach Nicey. Vor dem Abmarsch macht Ch. ein Pressefoto. Sie schickt mir den Artikel später zu.
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. 30. Tag: 25. Mai 2000 Rosnes – Trois Fontaines, 39 km
Ein großer Wandertag liegt vor mir. Fast 40 km! Bar le Duc umgehe von einstiger Größe. Hier sei v. Kielmannsegg im 2. WK mit seinen Irgendwo habe ich auch unsichtbare Zuhörer, die nach dem Spiel aus
31. Tag: 26. Mai 2000, Trois Fontaines – Allichamps, 30 km Eine schöne kleine Waldstrasse führt von Trois Fontaines nach St. und Obst esse ich mit Heißhunger in mich hinein. Das hatte mir
32. Tag: 27. Mai 2000, Allichamps – Hampigny, 36 km Wenn man durch diese Landschaft gewandert ist, weiß man, daß es die Franzosen im Urlaub gar nicht ans Meer zieht. Wie schön
33. Tag: 28. Mai 2000, Hampigny – Vendeuvre, 43 km wenn ich mich ärgere, mache ich die meisten Kilometer…im
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Frühstücken in Frankreich ist einfach: Eine Bäckerei suchen, Brot, Butter, Käse kaufen und in der Bar Café-Creme bestellen und man kann genießen.
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![]() Eigentlich wollte ich Verdun meiden und östlich an der Stadt vorbeigehen. Aber auch hier passiere ich ständig Friedhöfe.
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![]() Esparges: Denkmäler für die Divisionen |
![]() Die“Heilige Strasse Frankreichs“. Nachschubweg für Verdun von Bar le Duc |
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35. Tag: 30. Mai 2000, Troyes/Rosieres – Lagesse, 35 km
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Viel Regen zwingt mich auf einen Campingplatz. Sachen trocknen. Ein Franzose fährt mich zum nächsten Supermarkt. |
![]() Pilgertisch. Der aufmerksame Betrachter wird feststellen, daß es mir gut geht! Das Steak ist schon fast gegessen, es briet mir ein Franzose auf seinem Wohnwagenherd. Danke. Frankreich ist schön und freundlich und ursprünglich christlich. Eine Hoffnung für Europa! |
![]() Troyes kennt seine Tradition. Ich bin mitten auf meiner Linie (29. Mai 2000). |
36. Tag: 31. Mai 2000, Lagesse, 6km
Juni 2007 37. Tag: 1. Juni 2000, Lagesse – Paris, 5 km
38. Tag: 2. Juni 2000, Lagesse, 10 km Claudia und Oliver landen auf dem Flugplatz von Troyes und erzählen dann von freundlichem Personal auf dem Flugplatz. Man ist zuvorkommend und hilfsbereit. In Lagesse habe ich ein weiteres Zimmer gebucht, wir machen einen ausgedehnten Spaziergang und am Abend lade ich die ganze Gesellschaft ins Restaurant Lambert ein. Der Wirt hat nur für uns geöffnet und kocht super! Diese Sauce werde ich nie vergessen…! 39. Tag: 3. Juni 2000, Lagesse – Tonnerre, 39 km GEFAHR NUMMER ZWEI 40. Tag: 4. Juni 2000, Tonnerre – Licheres, 24 km 41. Tag: 5. Juni 2000, Licheres – Vezelay, 43 km Vezelay hatte mich also damals in den Bann gezogen. Deshalb laufe ich jetzt einen Umweg und kann auch noch Bekannte in Chauprix und St. Sulpice besuchen. Es regnet mal wieder. Aber es ist warm dabei. In Joux la Ville will ich mir ein Mittagessen gönnen. „Le Saint Georges“ heißt das Lokal. Brechend voll! Frankreich macht überall gepflegt Mittagspause! Ich lange richtig zu! Nach dem Essen eröffnet mir der Wirt, daß Pilger nichts bezahlen müssen. Nur ein Gebet in und eine Karte aus Santiago erbittet er. Foto vor der Türe. Dem Lehrmädchen stecke ich einen Schein zu! Freundliches Frankreich!! Doch Vezelay ruft. Am Spätnachmittag gehe ich einen ausgetretenen Pilgerweg zur Basilika hinauf. Hundemüde. 43 km. Grandios der romanische Kirchenbau wo der Hl. Bernhard den Kreuzzug predigte.- In der Sakristei frage ich nach einer Pilgerunterkunft. Ich erhalte eine Adresse und einen Code, den ich an der Tür eingeben müsse. Sesam öffne dich! Ich habe ein Bett und eine Küche. Ich werde zwei Nächte bleiben. 42. Tag: 6. Juni 2000, Vezelay, 5 km
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![]() Rettung vor der Mittagshitze. Romantik? Muß auch mal sein! „Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort. Und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.“ Eichendorff läßt grüßen! |
![]() Liebevoll gepflegte Kreuze in Frankreich. Alle! |
![]() Was könnte dieses Kreuz nicht alles erzählen? Bis Santiago fotografierte ich ca. 300 Wegkreuze. Und da wollen diese geschichtslosen Politiker Europa nur auf ihrem EURO aufbauen! Hier ist das Fundament!! Ohne dieses wird Europa nicht weiterleben können! |
![]() Danielle et Jarky Lecoq in Laux la Ville bedienen mich in ihrem Restaurant zuerst fürstlich und sagen dann, dass Pilger nichts bezahlen müßten. Natürlich hat das Lehrmädchen einen Schein bekommen! Logo! |
43. Tag: 7. Juni 2000: Vezelay – Dirol, 29 km Es läuft noch nicht so ganz rund nach dem schlechten Wein…und ich lasse langsam gehen. Vielleicht war es auch zu viel! Ich laufe jetzt Richtung St. Sulpice/Nievre und möchte bei meinen alten Bekannten, der Familie Sautereau vorbeischauen und dann über Nevers wieder auf meinen „Strich“ kommen. Da diese Gegend außerhalb meiner 20 cm breiten Kartenrolle liegt, muß ich mir eine Michelinkarte der Gegend kaufen. Ohne Karte ist man verloren!! Aber mit ihr kann man die kleinen Straßen Frankreichs genießen. Bei Dirol schlage ich mein Biwaklager auf. |
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