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Uralter Pilgerweg auf den Berg nach Vezelay. Hier verließ ich meine Linie 20 km östlich. In Nevers kam ich wieder auf sie zurück (5. Juni 2000).
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44. Tag: 8. Juni 2000, Dirol – Chauprix (St. Sulpice/Nievre), 44 km Von St. Sulpice aus betreute mein Freund Dieter Langner mehrere Jahre die Forsten der Familie Underberg. Als Student besuchte ich ihn oft in dieser ursprünglich herrlichen Landschaft mit lieben Menschen und gutem Essen. Bis Chauprix werde ich es heute schaffen, wo wir 1963 ff. so manches Fest gefeiert haben.- Ein sehr heißer Tag ist heute und man ist nicht schlecht erstaunt, als ich unangemeldet dort erscheine. Erinnerungen werden ausgetauscht und Andre Sautereau in St. Sulpice wird angerufen, um mich abzuholen.Bald ist er in Chauprix. Andre, ein lieber Freund aus den 60er Jahren, war schon vom Tode gezeichnet und 2001 fuhr ich zu seiner Beerdigung nach St. Sulpice. R.I. P.. Der Vater war Schmied gewesen und Andre sattelte auf Heizungsbau um. Ich habe kaum fleißigere Menschen als dieses Gespann erlebt. Morgens um 6 h hörte man schon das Ping-Ping auf dem Amboß. 45. Tag: 9. Juni 2000, St. Sulpice, 11 km Einen Tag will ich bleiben! Doch meine Route wird wieder durcheinandergebracht, denn liebe Freunde haben sich mit ihren Ehefrauen angemeldet: Peter Kusche und Franz Pena. Jetzt nehme ich das Angebot zu einem Besuch von Andre´s Schwester Yvette Germain in Luzy an. Dort kann ich meine Freunde erwarten. In St.Sulpice gibt es keine Hotels und Restaurants! -Yvette hat nach Luzy geheiratet und führt dort einen Blumenladen. Sie ist Patentante meines Sohnes Marcel. Ihr Mann Bernard wird mich morgen hier in St. Sulpice mit dem Wagen abholen. Also, Unterbrechung meiner Pilgerreise! 46. Tag: 10. Juni 2000, St. Sulpice – Luzy, mit dem Auto, 5 km Früh holt mich Bernard ab, denn für Mittag haben sich die Freunde angekündigt.70 km westlich. Freudiges Wiedersehen oder wollten die nur einmal einen abgemagerten Pilger sehen? Pech. Wie man sehen kann, habe ich noch ein ordentliches Lebendgewicht! Die Freunde sind müde und als sie ausgeschlafen haben, haben Yvette und Bernard ein wunderbares Restaurant ausgemacht. Großartiges Essen und … Trinken! Nach Mitternacht kommen wir ins Hotel.
47. Tag: 11. Juni 2000, Luzy, 5 km Gemütliche Ortsbesichtigung unter sachkundiger Führung. Luzy ist eine kleine rege Gemeinde an der Grenze zu Burgund an der Straße nach Autun.Gemütlicher Abend. 48. Tag: 12. Juli 2000, St. Sulpice – Nevers, 28 km Die Freunde fahren frühzeitig ab und bringen mich wieder auf meine alte Strecke bei St. Sulpice. In Nevers ist St. Bernadette allgegenwärtig. An ihrem Schrein gibt es viele Beter und nach der Messe klopfe ich an der Klosterpforte an. Nach Studium meines Passes meint die Schwester, dass sie eine Übernachtungsmöglichkeit für Pilger hätten – es sei aber nicht sauber gemacht. Das würde ich dann machen, sage ich. Durch den Garten, der Mauer entlang. Ein Einzelzimmer. Staub. Man schickt mir Besen, Eimer und Putzhader. In 30 Minuten ist es sauber. Im Schrank liegt ein Kreuz. Ich hänge es wieder an den Haken. Dann setze ich den Tisch nach draußen und schreibe meine Tagebuch. Verwundert bin ich schon, dass so viele Leute an mir vorbeikommen. Später lese ich dann, daß ich am täglichen Spazierweg der Hl. Bernadette sitze…Nachts werden die Tore geschlossen. Lange sitze ich fast alleine vor dem gläsernen Schrein. Die Heilige wirkt wie schlafend. Solche Erlebnisse kann einem keiner nehmen! 49. Tag: 13. Juni 2000, Nevers – Gimoille, (mit dem Auto nach Charly) 29 km Nach einem Blick auf die Karte habe ich mich entschlossen Willi Scheuer, Maler und Bildhauer in Charly zu besuchen. Leider gibt es keine Brücke wie ich dachte über den Fluß und ich muß einen Umweg laufen. Gegen Nachmittag rufe ich Willi an, er solle mich in Gimouille abholen. Willi Scheuer widmet sich der Phantastischen Malerei und Bildhauerei und kehrte Deutschland in den 90er Jahren den Rücken, kaufte sich in Charly ein Häuschen und lebt dort noch heute in Zufriedenheit. Wir sitzen gemütlich auf seinem Freisitz bis spät in die Nacht.Ich werde noch eine Nacht bleiben! 50. Tag: 14. Juni 2000, Charly, 4 km Inzwischen sind die Tage recht heiß geworden, weshalb ein Sprung in Willi´s Schwimmbad eine Wohltat ist. Mein Pilgerstab muß repariert werden. Ich versuche zu Zargen, was ganz gut gelingt. Kaltleim dazwischen. erst in Spanien muß ich den Stab wieder reparieren. Freunde von Willi kommen zu Besuch und es gibt einen gemütlichen Abendschmaus mit viel Rotwein … 51. Tag: 15. Juni 2000, Charly – Meilland, 27 km Es ist schwül und ich schwitze stark. Zu erkennen ist das an Tausenden von kleinen Mücken die mich umschwirren. Schneller marschieren hilft etwas. Als ich Dun sur Auron verlasse, tauche ich in einen langen Forst ein. In Meilland versperrt mir ein dicker Mann den Weg: Wo wollen sie hin? Wo wollen Sie schlafen? Ich sage meine üblichen Sprüchlein auf, die sich im Grunde an den Vöglen des Himmels orientieren … Es ist schon spät. Der Sohn hatte mich von Fahrrad aus entdeckt und hatte dem Vater berichtet. Ich schlage im Garten mein Zelt auf und der ehemalige Koch macht mir um 21h noch ein Abendessen. Morgen werde ich nur bis St. Armand laufen. 52. Tag: 16. Juni 2000, Meilland über Bruere-Allichamps -St. Armand, 31 km George Genillier sagt, dass ich unbedingt über Bruere-Allichamps und die Abtei Noilac laufen muß. Vor allem wegen der kleinen Straße mache ich den Umweg nach St. Armand; außerdem komme ich auch früh auf die Straße. Ein Pflichtfoto in Bruere-A. auf dem Mittelpunkt Frankreichs und weiter nach Noirlac. Man nat die gewaltige Abtei wieder aufgeputzt und da Mittagszeit ist, wird Pause gemacht. Warten hält mich zu lange auf, auch die sehr hohen Eintrittsgebühren. Ich begnüge mich mit einem Rundgang über Stock und Stein um die Abtei und lese die Infos im Eingangsbereich.Weiter! Vor einer romansichen Kirche sitzt eine Schulklasse und zeichnet. Für Kinder bin ich natürlich die größere Attraktion und plötzlich stehen 20 mit ihren Malblöcken um mich herum und ich muß mir aus dem Gewirr von Fragen einge herauspicken.
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Wer käme in Deutschland darauf, einen Kreisverkehrsmittelpunkt so zu schmücken?
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Nevers. Das Kloster der Heiligen Bernadette hat eine Pilgerunterkunft. Ich müsse nur Putzen. Kein Problem! Zeit zum Schreiben (12. Juni 2000).
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53. Tag: St. Armand – Foret Vielle, 29 km
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Besuch beim deutschen Künstler Willi Scheuer in Nerondes. Zwei Tage Pause
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Paul und Annie Gravost waren Paris leid und geben Pilgern eine Unterkunft. Sie sprechen mich auf der Straße an (Loye sur Arnon, 17. Juni 2000).
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54. Tag: 18. Juni 2000, Foret Vielle – St. Priest/Bois Vert, 38 km Meine Frage nach einer Sonntagsmesse löst Paul sofort und fährt mit mir nach Culan. Der Pfarrer ist hoch erfreut Paul auch einen deutschen Pilger begrüßen zu können. Langes Schwätzchen nach der Kirche. Ich hätte ja von Culan aus weiterlaufen können. 20 km gespart. Doch ich will wirklich den ganzen Weg von der Haustüre aus gelaufen sein. Zurück nach Pauls Haus und auf die Strecke. Paul gibt mir die Adresse eines holländischen Bauern, Pierre von den Broek, bei St. Priest, der mich am Abend in der zersiedelten Landschaft mit dem Auto aufgabelt, heimfährt und bewirtet. In der Dämmerung war ich an seinem Hof schon verbeigelaufen. Man suche einmal zu Fuß eine Adresse in einer unbekannten zersiedelten Landschaft!!!Das war von Paul zwar nett gedacht, aber praktisch hält so etwas einen Fußgänger auf. Sollte mir eine Lehre sein. Die Menschen denken nur noch in Autokategorien. Gas geben und in weniger als 3 Minuten habe ich 4 km hinter mir. Ich brauche dafür EINE STUNDE!!!! – Frische Milch, noch warm. Die Holländer sind ein fleißiges Völkchen. Ich traf sie als erfolgreiche Landwirte – nicht nur als Urlauber!!- auf meinen 12000-Europa-Kilometern überall! Im Balitkum, in Polen, in do ehemalsch´n Dedeär, in Skandinavien… Von Namibia ganz zu schweigen, wo sie mir das deutsche Südwesterlied beibrachten: Hart wie Kameldornholz ist unser Land und trocken sind seine Reviere…!Ein trockener anstrengender Tag findet sein gemütliches Ende. Tired but happy! 55. Tag: 19. Juni 2000, St. Priest – Roches, 43 km Ein Glück, daß die Bauern früh aufstehen!! Van den Broek ist ein solcher! Die Morgenfrühe ist meine Zeit und es soll wieder ein heißer Tag werden, sagt Pierre. Ein gutes Frühstück und ab geht es den frischen Morgen. In Chatelus ist es so warm geworden, dass ich in dem städtischen Naturbad hängen bleibe. Extra Seesand haben sie hier hergekarrt! Erst am Spätnachmittag mache ich mich wieder auf die Socken. In Roches passiere ich eine Grillparty. Pascal und Nicole bitten mich daran teilzunehmen. Freudig nehme ich an. Auf die Frage, ob ich mein Zelt im Garten aufstellen könne, kommt die Antwort: Du bekommst ein Zimmer!! Kollegen: Sie Biologie, er Physik. Was sind die Franzosen ein unkompliziertes nettes Volk! Und man hatte mich vor Frankreich ausdrücklich gewarnt! Nach 12000 Fußkilometer (19. Dezember 2007) durch Europa, komme ich zu dem Schluß, daß Frankreich dem Pilger gegenüber das netteste Land war, gefolgt von Schweden und den Baltischen Staaten. Doch darüber an anderer Stelle!- Natürlich habe ich mich oft gefragt, woran es läge, daß sich mir überall in Europa (es kann ja jeder nachlesen!) immer wieder mühelos Herzen, Tür und Tor öffneten.Als Bettler trat ich niemals auf! Vielleicht ist das der Grund: 56. Tag: 20. Juni 2000, Roches – Gueret, Etang de Courtil Und zu meinem Trost für das verpaßte Bier: 57. Tag: 21. Juni 2000, Gueret – St. Dizier
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Nicole und Pascal essen zu Abend im Garten. Ich wandere vorbei. Nein, sie müssen mitessen und übernachten. Nicht im Zelt (19. Juni 2000).
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Seit der absolutistischen Zeit ist Frankreich mit Kamälen durchzogen. Im Sommer voller Hausboote.
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.St. Leonard sagt es mir schwarz auf weiß, dass ich auf der richtigen Linie bin.
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Im Krankenhausgarten ist eine Pilgerunterkunft. Rührend die Aufnahme und Verpflegung (22. Juni 2000).
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58. Tag: 22. Juni 2000, St. Dizier – St. Leonard de Noblat 59. Tag: 23. Juni 2000, St. Leonard de Noblat, Ruhetag 60 Tag: 24. Juni 2000, St. Leonard – Pierre Buffiere |
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Gruppenbild nach 1.500 km seit Paderborn
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(Wird fortgesetzt-immer wenn ich Zeit habe! Altenbüren, den 13.5.2008) |
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Nach der Sonntagsmesse zur Weinprobe in den Schlosskeller. Einige Kilometer hält die Weinwirkung an.
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Waldlager. Dritter Pilgerstockbruch. Wollte nur die Brennessel wegschlagen.
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In Mailland versperren mir Vater und Sohn den Weg: Ich dürfe jetzt nicht weiter. Der ehemalige Koch serviert mir um21 Uhr Spiegeleier dazu Brot und Wein. Großartige Leute.
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In Bruere-Allichamps ist der Mittelpunkt Frankreichs.
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Barbara (+ 2007) und Dietmar Besuch aus Deutschland. So mancher besuchte mich auf der Strecke. Dann musste ich immer ins Hotel oder auf einen Campingplatz. Ein herrliches Abendessen schloss sich an. Danke. |
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